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„Wie die Bobinger das Geräucherte erfanden“

21.05. | 19:00

| Veranstaltungsserie (Alle anzeigen)

Eine Veranstaltung um 19:00 Uhr am 14.05.2022

Eine Veranstaltung um 19:00 Uhr am 21.05.2022

Eine Veranstaltung um 19:00 Uhr am 21.05.2022

- Kostenlos

Mundart-Lesung mit Anni Gastl, musikalisch umrahmt von der „Tanzlmusik“ der Stadtkapelle unter der Leitung von R. Krebs. Mit kleiner Verkostung. Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Kulturfestivals Lech-Wertach 2022.

Vortragende: Anni Gastl , „Tanzlmusik“ der Stadtkapelle Bobingen

WIE DIE BOBINGER DAS GERÄUCHERTE ERFANDEN
Es war im Dreißigjährigen Krieg. Die Schweden rückten immer näher gegen Bobingen. Die Bauern und Bürger flüchteten mit Weib und Kind in den damals noch befestigten Kirchhof und richteten sich dort zur Verteidigung ein. „Auf der Wies“, wie der nordwestliche Ortsteil von Bobingen hieß und auch heute noch genannt wird, besaß der Wiesschuster ein kleines Gütlein. Er hatte, bevor er mit seinem Weibe, der Monika, im Friedhofe Schutz gesucht und sich den Verteidigern zur Verfügung gestellt hatte, ein fettes Schwein geschlachtet und eingepökelt mit Salz, Wacholderbeeren und würzigen Kräutern.
In der Hoffnung, dass der Feind mit Gottes Hilfe und der Bürger und Bauern Tapferkeit bald geschlagen werde, suchte der Wiesschuster nach einem geeigneten Versteck, in dem sein Pökelfleisch für die kurze Belagerungszeit den neugierigen Blicken der Feinde entzogen war. Lange rieten sein Weib und er herum, ob man das Pökelfleisch vergraben oder im Heu verstecken solle, bis der Wiesschusterin der rettende Gedanke kam: „Wir verstecken das Fleisch im Kamin, da sucht bestimmt kein Schwede und kein Teufel danach!“ Und weil der Wiesschuster gewohnt war, seiner Monika zu gehorchen, so folgte dem Gedanken auch alsbald die Tat: die gepökelten Schinken wurden im Kamin aufgehängt.
Der Wiesschuster stand gerade im Ausguck auf dem Kirchturm, als die Schweden in das Dorf einmarschierten, und bald stiegen aus dem einen und anderen Kamin silbergraue Rauchwolken empor, wo sich die feindlichen Soldaten ein Süpplein kochten oder ein Huhn am Spieße brieten. Auch aus dem Kamin seines eigenen Häusleins sah der Schuster bald dicke Rauchwolken hervorquellen, und so gab er denn schon alle Hoffnung auf, dass er je noch ein Bröcklein genießbaren Fleisches vorfinden werde. Der beizende Rauch und der Ruß mussten nach seiner Meinung doch das ganze Fleisch verderben.
Als der Feind abgezogen war, kehrte der Wiesschuster in sein Häuslein auf der Wies zurück. Wie er auch gar nicht anders erwartet hatte, hingen die Schinken, schwarz wie Kohle, im Kamin, und er wollte sie schon im Garten vergraben, weil sie doch ungenießbar wären. Aber Monika, sein kluges Weib, wusch von so einem schwarzen Teufelsbraten, wie sie in ihrem Ärger die vermeintlich verdorbenen Schinken nannte, den Ruß ab, versuchte ein Bröcklein, schnalzte genießerisch mit der Zunge und ließ auch ihren verdrießlichen, danebenstehenden Mann kosten. Auch ihm mundete der schwarze Teufelsbraten vorzüglich – und so war das Geräucherte erfunden.
(Text©Stadtarchiv Bobingen)

Veranstaltungsort: Mittlere Mühle (Transmission), 86399 Bobingen, Römerstraße 73
Veranstalter: Kulturamt Stadt Bobingen
Eintritt frei, Spenden erwünscht.
Kontakt: info@kulturamt.de; 08234 8002-31 oder -36
Homepage zur Veranstaltung: www.stadt-bobingen.de; www.stadtkapelle-bobingen.de

Foto: A. Gastl

Details

Datum:
21.05.
Zeiten:
18:00
19:00
Eintritt:
Kostenlos
Veranstaltungskategorien:
,
Webseite:
www.stadt-bobingen.de

Veranstaltungsort

Mittlere Mühle
Römerstraße 53
Bobingen, 86399 Deutschland
Webseite:
http://www.mittlere-muehle-bobingen.de/

Veranstalter

Kulturamt Stadt Bobingen
Telefon:
08234 8002-36

Weitere Angaben

Kommune im Begegnungsland Lech-Wertach*
Bobingen

Details

Datum:
21.05.
Zeiten:
18:00
19:00
Eintritt:
Kostenlos
Veranstaltungskategorien:
,
Webseite:
www.stadt-bobingen.de

Veranstaltungsort

Mittlere Mühle
Römerstraße 53
Bobingen, 86399 Deutschland
Webseite:
http://www.mittlere-muehle-bobingen.de/

Veranstalter

Kulturamt Stadt Bobingen
Telefon:
08234 8002-36

Weitere Angaben

Kommune im Begegnungsland Lech-Wertach*
Bobingen